Organe
sind komplexe Gebilde von Geweben und Zellen, die im Organismus
bestimmte Aufgaben erfüllen. Soweit hört sich die
Definition
klar an, doch so leicht lässt sich unser Körper nicht
einteilen. Sind dementsprechend die Hände Organe? Oder ist das
Immunsystem ein eigenes Organ, wo es doch aus einer Vielfalt von
einzelnen Funktionseinheiten besteht?
Gehen wir einen Schritt weiter sind Organe für den Chirurgen
im
wahrsten Sinne des Wortes „greifbar“, für
die
Traditionelle Chinesische Medizin sind es Funktionskreise, die alten
Ägypter sahen darin verkörperte Götter und
in einer
spirituellen Sichtweise haben wir es mit Wesenheiten zu tun, die uns in
ihren körperlichen Ausprägungen ein Leben auf diesem
Planeten
ermöglichen. Je nach dem, wie wir unsere Organe betrachten
wird
unser Konzept von Heilung beschaffen sein. Spätestens hier
kommen
wir in Kontakt mit den spirituellen Wesenskernen unserer Organe, mit
Phänomen, die wir in einer mechanistischen Denkweise nicht
mehr
erfassen können.
Wir können wir uns unseren Organen nähern? Der
Zugang, der am
häufigsten benutzt wird ist der über Krankheiten oder
Defizite. Das ist der Hauptweg der Medizin. Es ist ein Weg, der uns bis
zu einem gewissen Grad Einblicke in die Organe erlaubt. Allerdings
müssen wir dazu die Organe gedanklich zerlegen. Damit geht
zwangsläufig etwas Wichtiges verloren, nämlich das
Mysterium
unseres Körpers in seiner Einheit.
Der Weg, der uns näher bringt, ist die beschauliche
Betrachtung
unser Organe, worin sie uns in ihren Leistungen in unserem Leben
unterstützen. Dabei stoßen wir auf wahre Wunder, auf
eine
Welt hinter den körperlichen Organen. Hier warten
Wohlgefühl,
Gesundheit und Heilung auf unsere Aufmerksamkeit.
Was
ist Heilen?
Eines der größten Missverständnisse besteht
in der Annahme, dass es bei der Heilung allein um Organe geht.
Natürlich sind die Organe unsere Träger der
Lebensfunktionen, mit unseren Heilimpulsen behandeln wir jedoch
grundsätzlich Funktionen; und die sind in ihren
körperlichen, psychischen und seelischen Ausprägungen
viel weitreichender als Organe. Was sich wie eine kleine
Spitzfindigkeit anhört hat umfassende Folgen. Eine Funktion
ist nicht direkt greifbar, sondern kann nur indirekt ermittelt werden.
Ein weiteres Missverständnis ergibt sich aus der Betrachtung
des Unterschieds zwischen Gesundheit und Heilung. Wird ein krankes
Organ operiert ist es chirurgisch wieder hergestellt, also geheilt,
während wir häufig erleben, dass dann erst der
eigentliche Heilungsprozess auf der seelischen Ebene beginnt. So
umfasst denn ein ganzheitlicher Ansatz deutlich mehr als die
körperliche Gesundheit. In diesem Sinne kann ein Mensch, der
unfallbedingt im Rollstuhl ist, heil sein, wenn er seine Sinngebung im
Leben gefunden hat, während wir oft genug erleben, dass
körperlich gesunde Menschen zeitlebens auf der Suche sein
können.
Hier wird schnell klar, das was wir Heilen und Heilung nennen davon
abhängig ist, wie wir uns als Menschen sehen
(nach
Eric de
Rosny), ob wir uns als körperliches Wesen
verstehen, das
seelische Anteile besitzt oder ob wir uns als geistiges Wesen
begreifen, das einen Körper besitzt. Leider erkennen wir meist
nur den ersten Ansatz als gültig an. Heilung geht weiter. Wenn
wir den Aussagen berühmter Heilerinnen und Heiler folgen,
begegnen wir häufig Begriffen wie
„Ganzheit“, „Einheit“ oder
„Liebe“ in vielen Ausprägungen, und vor
allem der Liebe zu uns selbst als vollkommenes Wesen.
Dies bedeutet jedoch keineswegs die Segnungen der modernen Medizin
gering zu schätzen sondern Heilung in einer Synthese von
medizinisch-körperlichen, mental-psychischen,
emotional-seelischen und spirituell-geistigen Bestreben zu sehen. Auf
diese Weise wird aus jedem Gesundheits-Handwerk eine Heilkunst, die
ansteckend wirkt.
Energie
und Information
Damit wir die Wesen der Organe noch besser in unserem
Körperbewusstsein verankern können, sollten wir ihnen
ein Feld bereiten, in dem sie willkommen sind. Hierzu sind alle
Behandlungen geeignet, die wir auch zur energetischen Harmonisierung
verwenden. Die alten chinesischen wie auch indischen Lehren sagen, dass
wir in einem Meer von Energien schwimmen wie ein Fisch im Wasser. Diese
Energien gilt es zu nutzen. Dazu haben alle Kulturen Zugänge
gefunden und Behandlungen entwickelt. Wir kennen sie als
Akupunkturpunkte, Meridiane, Chakren oder Reflexzonen. Dies sind die
Pforten, an denen wir am intensivsten mit unseren umgebenden
Energiefeldern in Wechselwirkungen stehen und wo wir Impulse
für unsere innere Regulation besonders gut empfangen
können.
Bei uns im Westen wurde zwar ein solches Wissen über viele
Jahrhunderte als ketzerisch unterdrückt, doch vor etwa 150
Jahren begann eine Entwicklung, in der auch wir Fenster für
diese energetischen Behandlungen aufstießen. Unsere
westlichen Energiepforten, an denen eine besondere Verbindung zwischen
der Innen- und Außenwelt besteht, sind die Reflexzonen. Sie
sind unsere »Landkarten der Gesundheit«, auf die
die Organe ihre Zustände projizieren und an denen wir unsere
Behandlungsimpulse nach innen zu den Organen vermitteln
können.
Organwesen
Auszug
aus meinem Buch ORGANWESEN
In unserem gewohntem Denken vergessen wir allzu leicht, dass alles im
Körper zusammenspielt, dass das gleiche Blut sowohl die
Zehenspitzen als auch die Haarwurzeln versorgt und dass durch das
vegetative Nervensystem mit einer Länge von etwa zehn
Erdumfängen alle Winkel unseres Körpers miteinander
vernetzt
sind. Darüber hinaus leben wir in der Vorstellung, dass die
Beschäftigung mit dem Fehlenden oder dem Gestörten
die
einzige Art sei, wie Gesundheit und Heilung funktionieren. Unser
Körper funktioniert jedoch nicht wie eine Dampfmaschine, wo
wir
ein Ventil betätigen, und dann bewegt sich das, was wir
erwarten.
Wir sind ein komplexes System aus Leib und Seele, bei dem wir mit
linearen Denkweisen und einfachen Mechanismen von Ursache und Wirkung
garantiert danebenliegen, bei dem solche Erklärungsmodelle
unzureichend und schlichtweg absurd sind. Genau hier kommt auch die
moderne Medizin an ihre Grenzen, da sie die geistig-seelischen Belange
unseres Seins konsequent ausklammert.
Die Wesen der Organe laden uns ein, unsere Sichtweise zu
ändern
und unsere Organe einmal anders zu erleben. Gelöst von einer
rein
materiellen Denkweise, orientieren wir uns in dieser Ausrichtung auf
das heilende Feld des Lebens. Dies ist jedoch mehr ein ganzheitliches
Schauen, ein Spüren, Wahrnehmen, Erleben –
jedenfalls kein
Denken!
Wenn wir uns auf die Wesensebene der Organe einlassen, beginnt in uns
ein Same wieder zu keimen, den wir viel zu lange
vernachlässigt
haben. Mit seinem Wachstum entfaltet sich in uns ein grundlegendes
Wissen um die geistigen Wurzeln der Organe, ein Bewusstsein, das uns
wieder eine fühlende Achtsamkeit für unseren
Körper
lehrt, und, wenn diese voll aufblüht, finden wir
darüber
unsere ureigene innere Lebenskraft.
Folgen wir dieser Einladung der Organwesen, kommen wir in einen Dialog
mit den tiefen Ebenen unseres Seins. Dabei aktivieren wir die
seelischen Baupläne der Organe und rufen sozusagen die
»Updates« unserer geistigen
»Organsoftware« ab.
So kommen wir zu einer besseren Würdigung unseres
Körpers,
und diese ist letztlich ein wesentlicher Faktor für unsere
Gesundheit.